Sehnsucht…

Nach dem weiten, endlosen Meer.
Der Wind peitscht durch’s Gesicht, Haare wirbeln wild durch die Luft. Die Kälte kriecht tief in die Knochen und der Geruch von Salz liegt in der Luft. Hohe Wellen brechen in sich zusammen. Doch Wasser ist ein unberechenbares Element. Mit einer ungezügelten Wucht überschwemmt es Gassen und ganze Städte, zeitgleich vermittelt es an andere Stelle eine unvergleichbare Ruhe und Geschlossenheit.

Ich beobachte das Naturschauspiel und genieße die Stille. Alles um mich herum fühlt sich an wie in Watte gepackt und zum ersten Mal fühle ich mich wirklich frei. In solchen Momenten wird einem erst bewusst wie eingeengt man teilweise gelebt hat.

„Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ – Antoine de Saint-Exupery

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Geliebte Fellnase

Du wirst vermisst für dein Ohr, das du mir immer geliehen hast, egal welches Problem anstand. Du wirst vermisst bei jedem Treppensteigen aus dem kühlen Keller, bei dem mich dein freundliches Gesicht geduldig wartend begrüßte. Bei jeder Heimkehr fehlt mir deine grenzenlose Freude. Mir fehlt dein Bellen, das mich in mancher Situation zur Weißglut getrieben hat. Mir fehlt der anklagende Blick, wenn kein Stück Käse für dich übrig blieb. Deine Liebe und Treue waren absolut. Du warst so viel mehr als das und ich kann nur schwer glauben, dass du nicht mehr auf dieser Welt existierst, denn in meinem Herzen bleibst du lebendig.

„Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben. Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch, wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an. Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug. Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen. Menschen , die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben. Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt werden möchte. Er tut es einfach. Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.“ – Picasso

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Große Versprechungen, leere Gesten

Zwischen den Zeilen zu lesen, ist eine Fähigkeit, die nicht jeder beherrscht oder aber bewusst ablehnt. Gleiches gilt für Empathie und Ehrlichkeit. Werte, die früher etwas zählten. Heute kommst du dir fast schon vor wie ein Rebell und Außenseiter, wenn du für jene offen einstehst. Ist ja auch nicht so leicht, sowas gibt’s halt nicht im App Store. Und dabei sind es gerade die kleinen Dinge im Leben, die so viel ausmachen. Was interessieren mich ein großes Haus, ein teurer Sportwagen oder ne schicke neue Uhr, wenn dein Herz kalt ist? Was interessieren mich Liebesschwüre, Heiratspläne und Versprechungen, wenn sie nicht echt sind und nur leere Worte, flüchtig daher gesagt. Ein bisschen Beständigkeit in einer Welt der Vergänglichkeit, ja das wär’s.

 

 „Leise Menschen,
leise Freundschaften,
stille Worte,
stille Zeichen

übertönen

lautstarkes Gerede,
lautstarkes Getue,

überdauern

die Kurzlebigkeit
großer Versprechungen,
leerer Gesten.“

– Margot Bickel

 

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Veränderungen

Es ist deine Wahrnehmung, die sich verändert hat, weil du selbst von heute auf morgen ein anderer geworden bist…

 

Veränderungen sind wichtig und starten mit dir selbst. Erst wenn du den Entschluss triffst, etwas verändern zu wollen, wandelt sich dein Leben. Sie treiben dich an, auch wenn sie anfangs ängstigen. Daraus kann Großes entstehen, du musst nur mutig genug sein, den Schritt zu gehen. Die wirklich großen Dinge im Leben entstehen nicht, wenn du in deiner Komfortzone verweilst und an alten Gewohnheiten festhältst. Also bleib nicht stehen, trau dich und riskiere etwas. Und vor allem, mach es für dich selbst und nicht für eine andere Person, schließlich ist es dein Leben, auf das du später zurückblickst und hoffentlich zufrieden lächelnd sagst: „War nicht immer ganz leicht, aber es hat sich gelohnt.“ Ändere deine Blickrichtung.

„Manche Veränderungen kommen über Nacht. Du gehst abends zu Bett, schläfst ruhig und tief und am folgenden Morgen erwachst du und stellst fest, dass alles anders ist als zuvor. Du kannst dir nicht erklären, was geschehen ist, denn die Sonne ist aufgegangen wie an jedem Morgen, und da hängt immer noch dieses Bild an der Wand, das du längst abhängen wolltest. Die Farben der Welt sind dieselben geblieben. Nur bei genauerem Hinsehen glaubst du zu entdecken, dass sie eine Spur heller oder dunkler als bisher erscheinen, doch das ist eine Täuschung: Es ist deine Wahrnehmung, die sich verändert hat, weil du selbst von heute auf morgen ein anderer geworden bist. Und deshalb hängst du jetzt auch dieses verdammte Bild ab.“ Andreas Steinhöfel – Die Mitte der Welt

 

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